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Samstag, 4. September 2010

Warum Sarrazin Unrecht hat

Unabhängig von der Diskussion über den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses des Bundesbankvorstands Sarrazin hat dieser in einigen wesentlichen Punkten einfach Unrecht. Auch dann, wenn es populistisch einfach sein mag, seine provokanten Thesen zu äussern.

Seine fragwürdigen Thesen u.a.:

1. Wegen der höheren Geburtenrate muslimischer Einwanderer könne Deutschland in 100 Jahren überwiegend muslimisch sein.
Das über 100 Jahre hochzurechnen, ist schon sehr gewagt. Auch wenn die Geburtenrate im Moment signifikant höher sei, wird sich diese im Laufe der Zeit angleichen, sodaß der prognostizierte Effekt nicht eintreten wird. Eine solche vereinfachte lineare Hochrechnung über 100 Jahre ist unrealistisch, nicht wirklichkeitsnah und schon gar nicht wissenschaftlich haltbar.

2. Die in den 60er und 70er-Jahren ins Land geholten Gastarbeiter ins Land zu holen, war ein "gigantischer Irrtum".
Auch dies dürfte als falsch gelten.
Damals brauchte die deutsche Industrie, vor allem auch im Autobau dringend Arbeitskräfte, die im Inland nicht in ausreichender Zahl zu bekommen waren. Da "Kinderkriegen-Programm" damals erst mit 18 Jahren Verspätung arbeitsfähige "Deutsche" ergeben hätten, mußte man Arbeitskräfte aus dem Ausland heranholen, um die deutsche Wirtschaft und damit auch den Wohlstand aufrecht zu erhalten.
Nach Einschätzung zahlreicher Experten dürften die positiven Effekte deutlich spätere Transferzahlungen übertroffen haben.

3. Zahlreiche arme Einwanderer kommen nach Deutschland, weil es hier so hohe Sozialleistungen gebe.
Im Jahr 2008 gab es in Deutschland exakt 233 Asylanten mit als berechtigt anerkanntem Asylantrag. In den Jahren 2007 und 2008 sind weniger Personen aus muslimischen Ländern nach Deutschland eingewandert als dorthin aus Deutschland ausgewandert sind.
Im Jahr 2008 sank die Zahl der Türken in Deutschland um rund 10.000

4. Sarrazin hält Einwanderung für eine Bedrohung.
Dem widersprechen im Prinzip alle Wissenschaftler. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn Deutschland nicht in Zukunft zahlreiche Einwanderer ins Land lässt, wird es einen Arbeitskräftemangel in Deutschland geben, eine Vergreisung eintreten und auch niemand mehr da sein, der den Rentnern die Renten bezahlt, die im Umlageverfahren finanziert werden.

Donnerstag, 6. Mai 2010

Bundesbank-Vorstand sieht keine Perspektive für Griechenland

Der Bundesbank-Vorstand Sarrazin, der dafür bekannt ist, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und in der Vergangenheit bereits mit der Sanierung der Berliner Finanzen befasst war, sieht nur wenig Perspektive für Griechenland. Die geplanten Erfolge beim Abbau des Defizits bezeichnet er als unrealistisch.

Da aber u.a. zahlreiche deutsche Bank griechische Papiere in Ihren Portfolios haben, u.a. WestLB und Hypo Real Estate, hätte bei ausbleibender deutscher Unterstützung dann dort der Verlust gedroht.

Sarrazin hat vier Szenarien für Griechenland durchrechnen lassen, auch im für Griechenland günstigsten Fall (Reduzierung der Ausgaben um 10%, Erhöhung der Einnahmen um 10%, was als ausserordentlich unrealistisch gelten dürfte) werden die griechischen Probleme in kurzer Zeit immer größer, was ohne weitere Hilfe zum Kollaps führt.

Das ganze Interview im aktuellen FOCUS, Auszüge hier.

Montag, 22. März 2010

Bundesbank-Vorstand empfiehlt Griechenland die Insolvenz

Der für seine markigen Aussagen bekannte Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin ist der Auffassung, man sollte die Griechen Insolvenz anmelden lassen, - wie es jeder Schuldner tun muß, der nicht mehr zahlen kann. Die 300 Milliarden Griechenland-Schulden würden den Euro nicht maßgeblich beeinflussen, die General Motors-Insolvenz hätte ja auch dem Dollar nicht geschadet, formulierte er flach gegenüber den Salzburger Nachrichten. Griechenland müsse halt mit den Gläubigern, die Griechenland Geld geliehen haben über Schuldverzicht und/oder Zinsaussetzung verhandeln.

Sarrazin warnt vor Geldzahlungen an Griechenland, diese wären das völlig falsche Zeichen und es würden unabsehbare Risiken erwachsen, insbesondere die Schuldenabwendung durch Inflation.

Es bleibt abzuwarten, ob es nicht doch so kommt...

Deutschlands Banken gehören zu den größten Geldgebern Griechenlands, - ob die sich so freuen würden,weitere Abschreibungen in ihre Bücher aufzunehmen, die letztendlich dann wieder der Steuerzahler begleicht, darf bezweifelt werden.

Bundesbank-Vorstand empfiehlt Griechenland die Insolvenz

Dienstag, 13. Oktober 2009

Bundesbank entmachtet Sarrazin

Das Vorstandsmitglied T.Sarrazin, der in der Vergangenheit vor allen Dingen dadurch auffiel, daß er ausländerfeindliche Sprüche von sich gab und die Hartz4-Bezüge als völlig ausreichend bezeichnete, wird in der Zukunft mehr Zeit haben, sich der Gestaltung seiner Äußerungen zu widmen, da ihm der Bundsbankvorstand den wichtigsten seiner Verantwortungsbereiche (Bargeldumlauf) entzogen hat. Mit sofortiger Wirkung. Damit verbleiben noch Risikocontrolling und IT in seinem Bereich. Sarrazin hatte zuvor einen selbst einzureichenden Rücktritt kategorisch abgelehnt. Bundesbankpräsident Weber hatte sich einen überlegteren Umgang mit Meinungsäußerungen in der Öffentlichkeit gewünscht. siehe auch Süddeutsche

Unser letzter Artikel zum Thema Gold + Silber:

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