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Donnerstag, 10. Juni 2010

Bayern LB Vorstände verweigern die Aussage

Im parlamentarischen Untersuchungsausschuß rund um die zweifelhaften Vorgänge den Kauf der Hypo Alpe Adria betreffend zeichnet sich ab, daß die Vorstände der Bayern LB die Aussage verweigern werden. Alle 8 Vorstände, die im Jahr 2007 dem Gremium angehörten sollen zum Kauf der Hypo Alpe Austria befragt werden, der die Bayern LB und den Steuerzahler rund 3,7 Milliarden Euro kostete. Kritiker hatten den Kauf als "viel zu teuer" und "Vetternwirtschaft" betitelt, - die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen alle damaligen Vorstandsmitglieder. Diese haben vor dem Untersuchungsausschuß das Recht zu schweigen, um sich nicht selber strafrechtlich belasten zu müssen.
Bei der Hypo Alpe Adria wurden Schiffe und Häuser finanziert, die bei einer späteren Untersuchung ebensowenig auffindbar waren wie die Schuldner. Der Kaufpreis wurde vom Markt als zu hoch reklamiert. Wirtschaftsprüfer hatten vor dem Kauf moniert, daß die Grundlagen zu einer Wertbeurteilung nicht ausreichend seien.

siehe auch Süddeutsche

Freitag, 2. April 2010

Bayern LB erneut mit Milliardendefizit

Die Bayern LB wurde u.a. durch das Debakel rund um die Hypo Alpe Adria weiter belastet. Die mit Steuergeldern gestützte Bank wies erneut einen Milliardenverlust aus. Für 2009 wurden MINUS 2,6 Milliarden Euro vermeldet, nachdem im Vorjahr ein Verlust von rund 5 Milliarden aufgelaufen war.

Man sei aber im Edelmetallgeschäft Marktführer in der Sparkassen-Finanzgruppe. Kein Wunder, wenn die Deutschen aus lauter Angst vor noch mehr Banken-Schieflagen in Gold und Silber flüchten. Dumm nur, daß man mit den Gewinnen aus den Edelmetallen nicht die Verluste aus anderen Geschäftsfeldern kompensieren kann.

Die Bayern LB hatte 2007 offensichtlich völlig überteuert die Hypo Alpe Austria gekauft, - die Vorgänge rund um den Kauf sind mittlerweile Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

Der Freistaat Bayern pumpte 10 Milliarden in die Landesbank, - die Landesbank kann dafür aktuell weder Zinsen noch Dividende zahlen. Übergangschef Stefan Ermisch kann das auch für 2010 noch nicht erkennen.

Die Bayern LB besitzt noch weitere - von anderen als "toxisch" bezeichnete - fragwürdige Anlagen im Volumen von rund 17 Milliarden. Davon gab es aber bisher "nur" 200 Millionen tatsächliche Ausfälle, betonte Ermisch.

Auch befindet sich mit der ungarischen MKB noch eine weitere Osteuropa-Bank im Portfolio, die bereits der frühere Vorstandschef Michael Kemmer gerne verkauft hätte.

Es darf die Frage gestellt werden, warum man erst etwas kauft, wenn man es kurze Zeit später wieder mit drastischem Verlust verkaufen muß. Da scheint doch Optimierungspotential in der Analyse des richtigen Kaufpreises/Risikopotentials zu liegen.

siehe auch TAZ

Sonntag, 13. Dezember 2009

Hypo Alpe Adria Bank wird verstaatlicht - Bayern LB leidet

Die Hypo Alpe Adria Bank, an der die Bayern LB mehrheitlich beteiligt ist, wird in Österreich verstaatlicht. Eine andere Lösung ist bei dem Krisengipfel am Wochenende nicht zu erzielen gewesen. Die Bank (sechstgrößte in Österreich) gilt in Österreich als systemrelevant, - man hatte einen Run der Anleger befürchtet, auch die EZB hatte sich schon eingeschaltet. Der österr. Finanzminister Pröll gab eine halbe Stunde vor Schalteröffnung am Montag morgen bekannt, daß das Kreditinstitut verstaatlicht wird. Die Alteigentümer (neben der Bayern LB, Land Kärnten, Grazer Wechselseitige) schießen mehr als 1 Milliarde Euro ein.
Der österr. Finanzminister sprach von der schwierigsten Situation, die es in der Bankenlandschaft in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. Es bestand die große Gefahr einer Insolvenz, - deswegen mußte bis Montag morgen, vor Schalteröffnung eine Lösung gefunden werden. Die Bayern LB ist unter dubiosen Umständen vor einigen Jahren eine Beteiligung an dieser Bank eingegangen, war und ist deswegen auch Ziel staatsanwaltschaftlicher Untersuchungen, - incl. durchgeführter Hausdurchsuchungen. Gestern war informell von einer Belastung der Bayern LB von insgesamt 3-6 Milliarden Euro die Rede.
siehe auch: Salzburger Nachrichten

Wie zwischenzeitlich bekannt wurde, hat die Bayern LB Ihre Beteiligung, in die 6 Milliarden investiert wurden, für 1 Euro an den Staat Österreich verkauft:
Standard

Ein staatlicher Beauftragter war bereits unterwegs, um am Montag morgen sicherzustellen, daß alle Kunden nur "kleine" Beträge abheben und um das Abheben größerer Beträge zu verhindern. Damit wissen die Kunden nunmehr auch, was passiert, wenn es der Bank mal nicht so gut geht... dann kommt ein "Kommissionär" und verhindert größere Abhebungen, - siehe letzter Absatz in "Die Presse"

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